Einfach anders

Meine Töchter haben ihre eigenen, ganz besonderen Qualitäten. Man kann sie nicht vergleichen. Nicht besser. Nicht schlechter. Sondern einfach anders. Jede auf ihre Weise und jede wunderschön. Unsere kleine Tochter hatte ihrer großen Schwester bereits sehr früh vieles voraus. Ich hoffe, dass sie Marla einiges aus ihrer Welt zeigen kann. Ebenso hoffe ich, dass die Kleine viel von ihrer großen Schwester lernen wird. Sie hat vielen Menschen etwas Großartiges voraus: die pure Freude am Leben. Sie feiert sich selbst für all die Wegstrecke, die sie den Prognosen trotzend schon zurückgelegt hat mit ihren 11 Jahren. Nie verstellt sie sich, um anderen Menschen zu gefallen, sondern gibt sich so, wie sie ist. Das Andersartige und Fremde kann auch als Bereicherung für das familiäre Leben erlebt werden. „Du rückst mit Deiner Art in mir die Welt zurecht. Du bist Dein eigenes Gesetz. Du bist so wundervoll für mich. Zum Verstehen braucht man mehr als nur Verstand.“ Stefan Gwildis. Geschwisterkinder sind anders betroffen von der Behinderung als Ihre Eltern. Sie sind noch viel jünger und haben daher eine ganz andere Sichtweise und ein anderes Erleben der Behinderung. Sie werden schon früh mit der Tatsache konfrontiert, was es heißt, krank und auf Hilfe angewiesen zu sein. Sie müssen früh Rücksicht üben und Verantwortung übernehmen lernen. Ich wünsche mir, dass meine Kleine niemals Schuldgefühle aus dem Bewusstsein der Überlegenheit gegenüber der behinderten Schwester entwickeln wird. Wir versuchen ihr genug Raum für ihre Gefühle, Fragen und Auseinandersetzungen zu schaffen. Wir gestehen auch ihr „Extras“ zu und versuchen Gegengewichte zu schaffen mit Unternehmungen ganz bewusst nur mit ihr allein. Ich empfinde es auch als wichtig, die betroffenen kranken Kinder ebenfalls zu tadeln. Es ist kein Tabu, dass man sich auch über ein Kind mit Behinderung ärgern kann. Alle Kinder brauchen Liebe und Zuwendung der Eltern, genauso brauchen sie aber auch Tadel. Alles andere wäre ungerecht und würde das gesunde Kind belasten. Wir müssen unsere Gefühle ausdrücken – aussprechen und unseren Kindern authentisch gegenübertreten. Gerade weil Kinder in der Gegenwart leben, weil es sie psychisch gesund hält, müssen sie Trauer, Freude – und den ganz normalen Alltag nebeneinander leben dürfen. Häufig überraschen uns Reaktionen von unserer Jüngsten diesbezüglich, die für sie völlig logisch sind. Kinder fragen sich nicht, ob man das gerade denken „darf“, sie denken es einfach und benennen es auch geradeheraus. Das versuchen wir uns abzugucken. Der verbale Austausch erleichtert die Fähigkeit der Annahme der Situation für die ganze Familie. Ich wünsche mir, dass unsere gesunde Tochter von den Erfahrungen mit einer behinderten Schwester profitieren kann. Möge sie ihre eigene Intelligenz und Gesundheit immer zu schätzen wissen! Bisher findet sie ihre große Schwester wahnsinnig süß und kann kaum ihre Finger von ihr lassen, kuschelt sie oft und albert mit ihr herum. Sie stellt sie all ihren Besuchern stolz als ihre große, behinderte Schwester vor, die einfach anders ist. Das macht uns glücklich und stolz.

Eines unserer Ziele ist es, dass wir mit der großen #Cruise4Life ein Stück dazu beitragen können, dass Andersartigkeit ein Stück mehr als Bereicherung in die Gesellschaft gesehen wird!

Danke, dass Sie uns so tatkräftig dabei unterstützen!

Herzliche Grüße,

Ihre Tanja von der PCH-Familie e.V.
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